Weihnachtsausstellung im Dippoldiswalder Museum
Text Rikarda Groß, Fotos Prof. Dr. Adolf Heger
Vom 7. November 2009 bis 21. Februar 2010 zeigt das Dippoldiswalder Lohgerbermuseum seine beliebte und über unsere Region hinaus bekannte Weihnachtsausstellung. Dabei verwandelt sich das barocke Vordergebäude wieder in ein „Weihnachtshaus“.
In 15 Räumen wird weihnachtliche Volkskunst aus dem Osterzgebirge gezeigt.
Ein Rundgang durch die Ausstellung soll einen kleinen Eindruck von der Wunderwelt der erzgebirgischen Volkskunst geben.
Gleich im Eingangsbereich der alten Lederkammer dreht sich die weiße 2,50 Meter hohe Pyramide von Herbert Jaster aus Dippoldiswalde, dahinter schaut der große, von Rolf Steinbach aus Weixdorf geschaffene sogenannte „Erdmännelberg“ heraus. In seiner typischen Art erzählt Rolf Steinbach mit Hilfe seiner Männeln Geschichten.
Vom gleichen Volkskünstler ist auch der etwa 10 m² große Weihnachtsberg mit der Darstellung von Dippoldiswalde und Umgebung. Ein weiterer weißer Weihnachtsberg stammt von Herbert Ranft aus Glashütte.
Erstmals werden der Öffentlichkeit 40 originalgetreu gestaltete Modelle von Kirchen des Erzgebirges und anderer Region Deutschlands präsentiert, hergestellt von den Häuselmachern aus Rechenberg-Bienenmühle.
Karl-Heinz Wachsmuth aus Freital hat das Modell des Dippoldiswalder Marktes auch 2009 um Gebäude und Details erweitert.
Eine geschnitzte Pyramide und die Schellerhauer Hutznstube stammt von Dr. Wolfgang Ermischer aus Schellerhau.
Der Colmnitzer Dieter Gahmig kreiert immer wieder neue Darstellungen von Räuchermännern und trägt damit zur lebendigen Pflege der Volkskunst in unserer Region bei.
Stimmungsvoll schweben Engel von der Decke, kunstvolle Leuchter hängen in den schönen alten Gewölben und Engel mit Kerzenkränzen, Joch oder Bogen finden wir in und auf den Vitrinen, die mit der ganzen Pracht der erzgebirgischen Volkskunst gefüllt sind.
Drei imposante Pyramiden, so u. a. die große Märchenpyramide von Herbert Kohl, auf der 25 Märchen der Gebrüder Grimm zu finden sind oder die im Jahr 2009 entstandene Laubsägepyramide von Andre Freytag aus Dippoldiswalde sind in den anderen Räumen im Erdgeschoss zu sehen.
Hier steht auch das elektro-mechanisch betriebene Modell einer Schmiede von Wolfgang Buder aus Dresden.
Der Schmiedeberger Schnitzzirkel schuf zwischen 2007 und 2009 eine historische Altenberger Bergparade, dazu malte Ines Lehmann aus Possendorf die Kulisse von Altenberg.
Auf der alten gotischen Turmpyramide dreht sich die Heilige Familie.
Vom Café Achat wurde ein Pfefferkuchenhaus neu gebacken. Durch alle Räume des ersten Obergeschosses zieht der verführerische Duft.
Mehrere geschnitzte Weihnachtlieder und ein Weihnachtshaus von Rolf Steinbach im 1. Obergeschoss des Museums zeigt das große Können dieses Volkskünstlers.
Der Rummelplatz konnte durch neue Werke ergänzt werden. Jochen Baller aus Dippoldiswalde gelang es, die alte Achterbahn wieder „in Bewegung zu setzen“. Hier neben Riesenrädern, Karussels und Losbuden steht auch die weihnachtliche Wichtelwerkstatt von Wolfgang Buder, eine Kostbarkeit, auf die sich jedes Jahr viele Besucher freuen.
Ein Raum ist den Puppenstuben und –möbeln des 20. Jahrhunderts gewidmet. Bei vielen Besuchern werden wohl hier Kindheitserinnerungen wach.
Zum 10-jährigen Jubiläum der Holzbildhauerwerkstatt von Jürgen Weinrich aus Schlottwitz wird in einem Raum eine Kabinettausstellung mit seinen Schnitz- und Drechselarbeiten sowie textilen Schmuck seiner Frau Astrid und kleine Holzarbeiten von Enkel Paul gezeigt.
Der Dippoldiswalder Klöppelzirkel trägt mit seinen filigranen Arbeiten zur Traditionspflege dieses alten Handwerkes bei.
Zur Fotogalerie mit weiteren Impressionen dieser Ausstellung.